Frage:

Bild: Boris Nikolai Konrad

Diese Frage wurde beantwortet von Boris Nikolai Konrad.

Die Tanzfolgen sind teilweise relativ anspruchsvoll. Die Tanzlehrerin macht die Abschnitte vor. Leider kann ich mir die Passagen schwer merken.

Übung gehört natürlich dazu. Wenn Sie einige Male die Erfahrung gemacht haben, dass es mit Gedächtnisbildern funktioniert hat, werden Sie schnell merken, dass Sie bei neuen Lernherausforderungen gleich an die Methoden denken werden und diese dann auch anwenden wollen! Die Überwindung bei den ersten Versuchen sich ungewöhnliche Bilder auszudenken lohnt sich also.

Ihre Lernaufgabe beim Tanzen ist mit den Methoden in der Tat recht schwer zu fassen. Beim Gedächtnis unterscheidet man verschiedene Lernarten. Das sogenannte deklarative Gedächtnis speichert alles, was man bewusst wiedergeben kann: Informationen, Fakten, Ereignisse... Es ist sehr gut mit Gedächtnistechniken trainierbar. Das prozeduale Gedächtnis dagegen speichert automatische Abläufe, vor allem Bewegungen. Meist ist dies nach dem Erwerb der Fähigkeit gar nicht beschreibbar: Etwa wenn man Fahrrad fahren gelernt hat. Zu beschreiben, was man da eigentlich tut, ist schwierig.

Beim Lernen von Tanzfolgen handelt es sich also auch um eine prozedurale Aufgabe. Beim Ausführen liegt die Konzentration auf den Bewegungen, die sich automatisieren sollen. Hier ist es sehr schwer mit den Gedächtnistechniken die vollständigen Folgen zu lernen, da sie ja auch im vollen Tempo abgerufen werden müssen. Das ist jetzt wahrscheinlich nicht die erhoffte Antwort, da ich hier keine so wirkungsvolle Lösung parat habe wie bei vielen anderen Lernaufgaben.

Die Methoden, insbesondere mentale Bilder, können Sie aber durchaus unterstützend einsetzen! Wenn Sie etwa mit einem Übergang zwischen verschiedenen Schrittfolgen öfter Probleme haben lohnt es sich durchaus sich hierfür Merkbilder zu überlegen. Z.B. wenn es nach der Schrittfolge "Links-Rechts-Drehung" mit einem Schritt nach rechts hinten weiter geht, können Sie sich eine Lire Münze (Links Rechts) vorstellen, die Sie auf Ihrer Handfläche drehen und dann über Ihre rechte Schulter werfen. Beim Nachdenken über die Schrittfolge kann das Bild dann als "Trigger" dienen, wenn Sie überlegen müssen, wie es nach "Links-Rechts-Drehung" weitergeht.

Ich hoffe Ihnen mit diesem Tipp etwas weitergeholfen zu haben.

Diese Frage stammt von Karin H. aus Augsburg.


Bild: Boris Nikolai Konrad

Gedächtnisweltrekordhalter
Boris Nikolai Konrad
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