Warum grübeln wir überhaupt?
Zunächst kann man sagen, dass die vernetzte Organisation des Gehirns ohnehin schon dazu verführt zu grübeln: Unser Gehirn arbeitet nicht nur vernetzt, sondern auch assoziativ und außerdem sind Gedanken immer auch mit Emotionen verbunden. Was bedeutet, das? Der Gedanke an ein bestimmtes Thema löst ein bestimmtes Gefühl aus und darüber hinaus assoziieren wir damit neue Gedanken, die vielleicht einen ganz anderen Bereich betreffen.
Ob wir heute mehr grübeln, als vor 50 Jahren? Da kann ich selbst nur mutmaßen. Sicher hat sich unsere Gesellschaft sich in den letzten 50 Jahren sehr verändert. Und möglicherweise begünstigen einige dieser Veränderungen auch das Grübeln. Vielleicht tendieren wir deutlich mehr zur Nabelschau, als es frühere Generationen getan haben. Jedes kleinste Gefühl wird analysiert. Wir fragen uns fortwährend: Warum fühlen wir uns gerade so? Dabei ist diese Frage wenig hilfreich. Besser wäre, sich zu fragen, was man tun kann, damit man sich wieder anders fühlt.
Wir haben heute zudem unendliche Möglichkeiten in unserem Leben, die uns tagtäglich viele Entscheidungen abverlangen. Wir sind nicht nur mit einem Überangebot von Informationen und Produkten konfrontiert. Wir haben auch eine viel größere Entscheidungsfreiheit, was berufliche und private Themen angeht, als es noch unserer Großelterngeneration möglich war. Das ist ein großer Luxus, aber kann eben manchmal auch in der Überforderung enden. Entscheidungen führen eben auch zu Unsicherheiten: „Ist das wirklich die beste Entscheidung?“ Und das führt auch mal schnell zur Grübelei.
Sie sehen also: Vielleicht grübeln wir wirklich mehr als früher. Aber wir haben auch mehr Freiheiten und Möglichkeiten in unserem Leben als frühere Generationen. Das ist ein großer Luxus. Deshalb gilt: Grübeln Sie nicht! Handeln Sie!