Frage:

Bild: Christoph Trinkl

Diese Frage wurde beantwortet von Christoph Trinkl.

Manchmal kommen mir Zweifel, ob ich meiner Führungsaufgabe gewachsen bin. Besonders stark treten diese Zweifel bei Rückschlägen und Machtkämpfen im Unternehmen auf.

Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten voller Zweifel. (Bertrand Russell)

Wer ist schon frei von Zweifeln? Bin ich für diese Führungsaufgabe geeignet? Bin ich mit dem Projekt nicht überlastet? Wie schaffe ich es, mich von diesem Mitarbeiter zu trennen? Zweifel sind an der Tagesordnung und manchmal sicherlich auch angebracht. Auf jeden Fall rauben sie uns jede Menge Energie, bringen uns zum Thema meist nicht vorwärts. Folgende Glaubenssätze sind in Bezug auf Zweifel meistens anzutreffen: Dies ist mir schon einmal nicht gelungen, warum gerade diesmal? Das haben auch schon andere versucht, erfolglos. Man kann doch so etwas nicht machen! Schämst Du Dich nicht? Welche eigenen Glaubenssätze können Sie noch hinzufügen? Können Sie sich noch daran erinnern, bei welchen Situationen sie entstanden sind? Stimmen diese wirklich heute auch noch? Klopfen Sie jeden Glaubenssatz einmal entsprechend der beschriebenen Anleitung.

Denken Sie in Lösungen, denken, statt sich mit Zweifeln blockieren. Was steckt hinter meinen Zweifeln? Wann gab es schon mal eine Ausnahme und es traten keine Zweifel in einer gleichartigen Situation auf? Was hat mir in einer derartigen Situation schon geholfen? Ließe sich das wiederholen? Mit welchen 20% Veränderungsarbeit könnte ich 80% meiner Zweifel auflösen? Angenommen ich hätte keine Zweifel, wie würde ich mich dann kompetent verhalten? Was würde mir mein Vorbild empfehlen?

Zusammenhänge vorab erfassen, Veränderungsaufwand minimieren. Wer ist von meinen Zweifeln betroffen? Wer profitiert von meinen Zweifeln? Wenn ich stark wäre, was würde sich verändern? Wer wäre dann positiv, wie negativ betroffen? Wie würde sich das System verändern, wenn ich „zweifellos“ und klar wäre?

„Ent-Scheiden“ heißt auch, sich von etwas trennen. Warum sollte ich mich nicht dafür entscheiden, keine Zweifel mehr zu haben? Was hält mich davon ab? Für was würde ich mich stattdessen entscheiden? Ginge es mir damit besser? Wer würde profitieren? Wer würde dann statt- dessen verzweifeln?

Welche Emotionen empfinde ich, wenn ich an meine Zweifel denke? Führungskräfte sind es sicherlich nicht gewohnt über Emotionen nachzudenken und sich ihnen zu stellen. Bei Coaching- Sitzungen höre ich auf meine Nachfrage meistens: Ich fühle mich enttäuscht oder ärgerlich. Dabei gibt es eine ganze Menge mehr Emotionen: Ich fühle mich in Frage gestellt, genervt, geplagt, belastet, fehl am Platz, erbost, überreizt, verletzt, verlegen, nicht gewürdigt, abgelehnt, gekränkt, beraubt, herumgehackt, enttäuscht, unerwünscht, unannehmbar, pessimistisch, stagnierend, destruktiv, vernachlässigt, etc. Natürlich könnten Sie sich auch für folgende Emotionen entscheiden: Wahl getroffen, zugänglich, optimistisch, würdig, bereit, eingestimmt, lebendig, entschlossen, engagiert, etc.

Um sich von Ihrer emotionalen Energie unterstützen zu lassen, vergegenwärtigen Sie sich Ihre negativen Emotionen und klopfen dazu die gezeigten Punkte. Sprechen Sie dazu etwa folgende Sätze, während Sie die Punkte jeweils 20x klopfen und Ihre negativen Emotionen „am Köcheln“ halten: Ich bin ok, auch wenn ich mich (die Emotion) fühle. Ich akzeptiere mich voll und ganz, auch wenn ich (die Emotion) bin. Ich kann meine Gefühle und meine Gedanken ins Positive verändern, wenn ich will und wenn die Zeit dafür reif ist. Ich gestatte mir, wenn es sein darf, (positive Emotion) zu fühlen. Mich so zu fühlen gibt mir wieder Kraft- FührungsKRAFT- und bringt mich mehr und mehr zum Handeln. Wenn ich emotional stark bin und ich fühle gerade (positive Emotion), spüre ich in mir die Freude, die sich immer intensiver ausbreitet und mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Sollte da noch irgendein Rest von (negative Emotion) sein, so nehme ich dies dankbar an und fühle mich trotzdem ok. Zu gegebener Zeit wird sich auch dieser letzte Rest an (negative Emotion) auflösen. Bereits jetzt verfüge ich über die nötige Freude und Kraft, um kompetent zu führen. Ebenso bin ich bereit auch eine Veränderung meines Führungsverhaltens ins Positive zuzulassen und mit allem mir zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen- ich wachse!

Diese Frage stammt von Norman C. aus Neudorf.


Bild: Christoph Trinkl

Medizin-technischer Kaufmann
Christoph Trinkl
FührungsKRAFT für Führungskräfte und Unternehmer, SchaffensKRAFT für Mitarbeiter


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